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Reparaturerfahrungen mit Filmprojektoren und Tonbandgeräten

 

Seit dem Jahr 2007 werden bei MUVIG Filmgeräte und Tonbandmaschinen repariert. Wir schreiben das Jahr 2014 und an dieser Stelle möchte ich meine Erfahrungen gerne weitergeben.

Die meisten, der zu reparierenden Geräte, wurden vor dem Jahr 1980 hergestellt. In den ersten Jahren nach dem Kauf wurden sie häufig, später immer seltener benutzt. Dann standen sie im Keller, auf dem Dachboden, aber auch original verpackt im Wohnzimmerschrank herum, bis irgendwann einmal ein neuer Einsatz vorgenommen werden sollte.

Fast alle zu reparierenden Geräte mussten vor einer Instandsetzung erst einmal gründlich gereinigt werden. Insbesondere im Inneren gab es Ablagerungen, verhärtete Fette, Staub, Korrosion und leider immer häufiger zersetzte Gummiriemen, die sich in schwer entfernbaren Teer umgewandelt hatten und kaum wieder von den Fingern abzubekommen waren. Die Reinigung konnte, bis auf Plastikgehäuseteile, nur mit reinem Alkohol erfolgen, da andere Lösungsmittel aggressiver und schwerer abzubauen waren. Bei Tonbandgeräten und Tonfilmprojektoren musste die Elektronik und die Mechanik getrennt gereinigt werden, weil sonst gelöste Fette oder Harze Kriechströme in Schaltungen verursachen konnten.

Die meisten Ausfälle entstanden durch die lange Nichtbenutzung von Geräten, da hier Lager fest wurden und die Netzspannung nicht auf 240 Volt geändert gewesen war. Tonfilmprojektoren mit Tantal Elkos neigten oftmals zum Ausfall des Tonteiles, da die Elkos durch Überspannung fast alle kurzgeschlossen waren. Elkos in einigen Tonbandgeräten und in allen TESLA Bandgeräten, die vor 1998 hergestellt wurden, mussten ausgetauscht werden, da sie ihre Kapazität verloren hatten, was am schlechten Klang zu hören war. Reibräder aus Gummi in Kassettentonbandgeräten und Bandmaschinen neigten zur Rissbildung oder Aushärtung, so dass die Mechanik ausgefallen war.

Häufig genutzte Geräte waren manchmal nicht mehr zu reparieren, weil einige Verschleißteile im Grundchassis montiert waren und eine Reparatur teurer war, als der Kauf + Reparatur eines wenig genutzten Gebrauchtgerätes.

Die größten Probleme machten mir insbesondere Filmprojektoren, in denen zu viel Plastik verbaut wurde, was zu hohen statischen Aufladungen bei der Benutzung führte, die Schmutz und Ausgasungen auch an Stellen im Gerät verteilte, die in Metallgeräten nicht so stark gefährdet waren. Plastik und Metall waren dauerhaft keine Werkstoffe in einem Gerät, die sich miteinander vertrugen. Durch die 100 Watt Halogenlampen und den wenig kühlenden Axiallüfter in vielen Super 8 Projektoren entstanden durch hohe Temperaturen Ausgasungen, die man schon nach wenigen Minuten Benutzung riechen konnte.

Ob manche Filmprojektoren heutzutage überhaupt noch die aktuellen Auflagen für Geräte im Heimbereich erfüllen würden, wenn man sie unverändert wie damals heute noch herstellen wollte ?

Hinweis !

Die in Onlineshops häufig angebotenen Servicekits für Tonbandgeräte und Projektoren (meistens Riemen und Andruckrollen) allein garantieren nach dem Austausch oftmals noch nicht die volle Funktion, wenn nicht auch andere Stellen im Gerät gewartet werden.

Die Reparaturzeit für die Instandsetzung eines Filmprojektors oder Tonbandgerätes lag selten unter 2 Stunden und auch schon bei 5 Stunden. Letztendlich war es im Jahr 2014 kaum noch möglich, für den tatsächlichen Reparaturaufwand noch einen angemessenen Preis zu erhalten, wenn nicht auch ein wenig Freude an der Arbeit beim Servicetechniker mit eingeflossen ist.

Auch wenn im Internet oftmals preiswerte Geräte aus privater Hand angeboten wurden, die einige Kunden erworben hatten, um einen Ersatz für ihr eigenes, defektes zu bekommen, war meine Erfahrung damit eigentlich immer die Selbe und hieß "Reparatur".

 

Waldsieversdorf am 10.05.2014

Hagen Grabowski

 

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